Social Games an der Börse?
Eine Reihe von Börsengängen von Internetunternehmen erzeugen zur Zeit die Aufmerksamkeit: LinkedIn, Pandora und einige andere streben zur Zeit an die Börse. Ein valider Exitkanal für viele Wachstumsunternehmen bzw. deren Investoren. Besondere Aufmerksamkeit erregte kürzlich auf das Statement von Zynga, an die Börse gehen zu wollen. Mittlerweile liegen auch alle Informationen vor, am 01. Juli hat Zynga offiziell alle Unterlagen eingericht (hier im Original nachzulesen).
Interessant waren in diesem Zusammenhang auch die vom amerikanischen Anbieter kolpotierten Zahlen: Hauptkanal für Zynga ist, wenig überraschend, das soziale Netzwerk Facebook. Hier generiert der Anbieter einen Großteil seiner Spieler für Titel wie FarmVille, CityVille (das erfolgreichste Spiel überhaupt) und andere. Im letzten Jahr hat das Unternehmen fast 600 Millionen US Dollar Umsätze gemacht, beachtlich wenn man bedenkt, dass hier nur kleinere Transaktionen passieren. Wie schon oft gesagt entscheidet bei diesem Modell die Masse der Spieler. Knapp 90 Millionen US Dollar sind Gewinn. Dies entspricht einem Wachstum von satten 392% im Vergleich zum Vorjahr – genau die Art von Stories, welche eine Börsenfantasie beflügeln.
Das erste Quartal 2011 geht ebenso erfolgreich weiter mit 235 Millionen US Dollar Umsatz, erneut eine satte Steigerung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Da Zynga neben steigenden Umsätzen auch noch profitabel ist, scheint dies der beste Zeitpunkt für einen Börsengang zu sein. Anders als etwa Modelle wie Groupon, welche auch an die Börse streben, unter dem Strich aber nicht profitabel sind, zeigt sich mit Zynga ein durchaus attraktiver Kandidat, die Frage ist, wie nachhaltig dieses Wachstum und die Umsätze sind, insbesondere da man von einem Player, Facebook, abhängig ist. Diese profitieren seit Mitte letzten Jahres von einem Disagio von 30% für alle über die hauseigene Währung, Facebook Credits, abgewickelten Transaktionen. Es ist unwahrscheinlich, dass man hier den Ast absägt, auf dem man sitzt.
Die wesentliche Frage lautet also: Wie nachhaltig sind diese Zahlen im Zeitverlauf an der Börse, und wie wird eine unter Umständen nervöse Anlegergemeinschaft reagieren. Vor allem auf dem Ausblick des Facebook Börsengangs ist dies spannend zu beobachten.

