Was bedeutet die NRW Wahl für Onlinespiele?
Die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am gestrigen Sonntag war in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Wir sind selten politisch, möchten aber aufgrund der Ereignisse rund um CDU, SPD und den Grünen die Frage stellen, was der Ausgang der Wahl für Online- bzw. Computerspiele bedeutet. Wir haben bereits häufiger über das gerne auch mal als Politikum genutzte Thema Killerspiele berichtet.
Meist in zeitlichem Zusammenhang mit einem Amoklauf wird dieses, gar nicht für eine politische Profilierung geeignete Thema, als eben solches genutzt. Im Wahlkampf der NRW Wahl wurde das Thema bei keiner der Parteien zum Wahlkampfthema gemacht – was vielleicht auch daran liegt, dass es in NRW noch keinen Amoklauf gab, den man Counterstrike und Co zurechnen könnte. Sehr wohl konnte in NRW aber die Piratenpartei mit ihrer bekannten Einstellung zu dem Thema gewählt werden. Erst in den Wahlergebnissen, dann in den Hochrechnungen rangiert die Partei leider unter “Sonstiges”, so dass man einen Blick auf die (gefühlten) Wahlsieger SPD und Grüne werfen sollte. Beide Parteien haben eine eher distanzierte Einstellung zum Thema und würden als “Killerspiele” bekannte oder klassifizierte Titel sehr gerne verbieten, vermutet man hier doch eine Quelle des Übels. Sollte eine Koalition aus rot-grün in NRW zustande kommen, werden sicher zahlreiche andere Themen auf der Agenda stehen, zumal schwarz-gelb auch im Bundesrat die Mehrheit verloren hat. Indirekt kann aus NRW jetzt also, zumindest durch Blockadehaltung, mitregiert werden.
Der Wahlausgang dürfte folglich zunächst keine unmittelbare Wirkung auf Onlinespiele oder gar Ego-Shooter haben, denkbar ist allerdings, dass eine Koalition regieren wird, die dem Thema nicht besonders aufgeschlossen gegenüber steht und, wie in der Vergangenheit durch Stellungnahmen bewiesen, das Thema Killerspiele Verbot gern für sich besetzt.

