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Farmville braucht Facebook und umgekehrt

Ein sich immer deutlicher abzeichnendes Problem für die gehypte Branche der Social Games ist Facebooks Eingriff in die Möglichkeiten zur viralen Distribution der Titel auf der Plattform. Facebook muss den schmalen Grat zwischen “nervig” und “wahrgenommen” gehen. Die Spiele auf Facebook bescheren lange Aufenthaltszeiten im Facebook Kontext und eine hohe Wahrnehmung als Entertainmentkanal. Hier gibt sich das Unternehmen alle Mühe, beispielsweise durch das eingeführte Games Dashboard, neue Möglichkeiten zu schaffen, verbaut die alten, meist zugespamten, Kanäle allerdings auch ohne lange zu warten. Aus Nutzerperspektive ist klar, dass insbesondere Farmville, Mafia Wars und vergleichbare durch die fast schon penetrante Präsenz im News Stream die Geduld ausgereizt haben. Dies scheint negativ auf Facebook, welches schnell in eine Spamschleuder Ecke gestellt wird. Die Protestgruppe “I dont care about your farm, or your fish, or your park, or your mafia!!!” auf Facebook hat etwa über 6 Millionen Mitglieder: So viele wie manches Spiel selbst.

Die veränderten Rahmenbedingungen bereiten vielen Entwickler der Spiele allerdings Kopfzerbrechen, denn eine einfache Distribution wie früher ist so nicht mehr möglich. Das bekannte Farmville beispielsweise hat in letzter Zeit über 4 Millionen (!) monatlich aktive Nutzer verloren. Auch Happy Aquarium hat jenseits der 4 Millionen Marke an monatlich aktiven Nutzern verloren. Einige Stimmen sprechen vom normalen Lebenszyklus der Spieletitel, einen Zusammenhang mit den von Facebook nicht mehr zugelassenen “third party notifications” dürfte es aber klar geben. Für neue Titel wird seeding über Crosspromotion aus bereits bestehenden Spieletiteln wird wichtiger – und verbaut neuen, kleineren Anbietern den Zugang zum Markt der Social Games. Seeding über Ads kann sich nicht jedes Unternehmen leisten. Positiv ist, dass es auch weiterhin Möglichkeiten zur Verbreitung gibt, man nur genauer überlegen muss, wie man das Thema angeht. So zeigen sich erste kreativ-lustige Ansätze in diesem Bereich, die widerum selbst Entertainmentcharakter haben.

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