Computer Spielsucht und Onlinespielsucht bei stern TV
Die Kritik, dass Computerspiele süchtig machen und sogar bestimmte Verhaltensweisen fördern (wie etwa im Falle der Amokläufe an Schulen), gibt es schon lange. Was es seltener gibt sind Medien, die diese Thematik aufgreifen. Eine Ausnahme machte kürzlich stern TV bei RTL. Es gibt bereits einige Studien und Untersuchungen zum Thema Computerspielsucht, welche in der Wissenschaft auch häufig durch “Pathologisches Spielen” Die Problematik bekommt mit der zunehmenden Verbreitung von Onlinespielen allerdings eine neue Bedeutung: Onlinespielsucht, vor allem bei online Rollenspielen, steht als neue Gefahr im Raum.
Doch woran liegt diese neue Entwicklung? Onlinespiele haben einen entscheidenden Unterschied im Vergleich zu klassischen Computerspielen: Die soziale Komponente. Auch wenn Eltern früher der Meinung waren, Spiele oder Konsolen würden süchtig machen, so war das Ende absehbar, denn spätestens mit dem Beenden des Spiels, der Aufgabe oder des Erreichens bestimmter Ziele war das Interesse gestillt und die Aufmerksamkeit für den Titel nahm ab. Ähnlich wie ein Grill, der aufhört zu brennen, hat sich die Sucht selbst erledigt.
Durch die Interaktion in Onlinespielen, Chat, Teamspeak und ähnlichem sowie den immer neuen Aufgaben und Herausforderungen in diesen dynamischen Spielmodellen, ist der Lebenszyklus des Spiels und damit auch der Aufmerksamkeit eines Spielers deutlich verlängert. Irgendwer spielt immer online, Clans formieren sich unterschiedlich, neue Eroberungen und Items in Titeln wie World of Warcraft oder Counterstrike halten die Spieler bei der Stange. Hier ist das Suchtpotential deutlich höher, Spieler, vor allem Kinder deutlich gefährdeter.
Was kann man tun? Eine Empfehlung an Eltern ist, den Spielkonsum ihres Kindes genau zu beobachten und zu reglementieren. In den meisten Fällen kann man hier nicht auf uneingeschräntkes Verständnis des Sprösslings hoffen, der erzieherische Auftrag ist allerdings klar. Ist man selbst betroffen sollte man eine der zahlreichen Hilfemöglichkeiten in Anspruch nehmen und sich aktiv Hilfe suchen. Das Erkennen des eigenen Problems ist hier oft der erste Schritt, vergleichbar mit Alkoholsucht. Häufig helfen auch Radikalkuren wie das Löschen des Spieleraccounts (auf YouTube teilweise in Videos zelebriert) dem kalten Entzug.
Computerspiele genau so wie Onlinespiele machen nicht zwangsläufig süchtig, ein gesundes Mittelmaß ist der Weg Spass zu haben ohne negative Effekte.


Mittlerweile gibt es auch schon Selbsthilfe-Ratgeber, die sich direkt an Jugendliche wenden: z.B. “Computerspielsucht-Therapie” von Peter Jedlicka – unserem Sohn hat´s was gebracht.
Kirsten Einkart