Der Spielemarkt in der Wirtschaftskrise?
Spätestens seit Ende letzten Jahres ist vielerorts von “globaler Wirtschaftskrise”, “Rezession” oder gar dem Ende des Kapitalismus die Rede. Abseits des enormen Medienhypes, den die “Krise” auslöst steht der Spielemarkt, der für gewöhnlich vergleichsweise flexibel auf derlei Meldungen reagiert. Aber ist er auch immun? Ohne Frage ist das Thema Gaming, gerade im Bereich Multiplayer- und Onlinespiele ein echtes Wachstumsthema. Auch wenn wir nicht unbedingt an die Monetarisierbarkeit von Social Gaming (etwa durch virtual goods) glauben, gibt es doch ab und an Meldungen, die das Gegenteil vermuten lassen.
Aber wie ist es um den Spielemarkt als Ganzes bestellt?
Es gibt einige Vertreter, die der Meinung sind dass die zunehmende Besinnung auf sich selbst und das geringere zur Verfügung stehende Einkommen dafür sorgen, dass wieder ein größerer Teil der Freizeit in den eigenen vier Wänden verbracht wird. Spiele, insbesondere Computer- und Videospiele, dürften hier ein größeres Kontigent der zur Verfügung stehenden Zeit bekommen, insbesondere da sie selten Folgekosten verursachen – und geringere Gesamtkosten im Vergleich zu anderen Freizeitbeschäftigung wie etwa Vergnügungspark, Urlaub oder selbst Kino. Immun ist der Spielemarkt dennoch nicht. Es wird vermutet, dass der Rückgang der Kaufkraft mit Verzögerung auch den Gamingmarkt erreichen wird, die Zahlen von Eletronic Arts scheinen dies zu unterstreichen. Während Spiegel Online beispielsweise im Februar noch der Meinung war, dass Casual Games weitgehend robust seien, ist man dort jetzt auch anderer Meinung.
Als Fazit kann man sicherlich sagen, dass es stark auf das Angebot ankommt. Klassische Singleplayerspiele werden vermutlich etwas an Bedeutung verlieren, Multiplayer Onlinespiele wie World of Warcraft oder Browserspiele sowie Casual Games vermutlich zulegen. Auf ein gutes Monetarisierungs- und Geschäftsmodell kommt es in diesen Zeiten aber noch stärker an, als es die verwöhnte Branche gewohnt sein dürfte.
